
Buntbarsche (Cichliden)
Die faszinierende Familie der Cichlidae – Arten, Haltung & Brutpflege
Die Buntbarsche (Cichlidae) sind eine der artenreichsten und faszinierendsten Fischfamilien der Welt. Mit über 1.700 beschriebenen Arten – Schätzungen gehen von bis zu 3.000 Arten aus – besiedeln sie Süßgewässer auf nahezu allen Kontinenten. Was sie so besonders macht: ihre außergewöhnliche Vielfalt an Formen, Farben und Verhaltensweisen, kombiniert mit einem hochentwickelten Brutpflegeverhalten, das seinesgleichen sucht. Dieser Ratgeber gibt dir einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Cichliden-Gruppen, ihre Herkunft, Haltungsanforderungen und die bekanntesten Arten für das Aquarium.
Inhaltsverzeichnis
- Die Familie der Cichlidae
- Herkunft und Verbreitung
- Merkmale und Besonderheiten der Buntbarsche
- Brutpflege: Offenbrüter, Höhlenbrüter und Maulbrüter
- Südamerikanische Cichliden
- Zwergbuntbarsche (Apistogramma & Co.)
- Afrikanische Cichliden: Malawi-See
- Afrikanische Cichliden: Tanganjika-See
- Haltung und Aquarium-Einrichtung
- Wasserwerte nach Herkunftsregion
- Ernährung der Cichliden
- Vergesellschaftung und Revierverhalten
- Häufige Fragen (FAQ)
Die Familie der Cichlidae
Die Cichlidae (Buntbarsche) bilden eine der artenreichsten Fischfamilien überhaupt. Sie gehören zur Ordnung der Barschartigen (Perciformes) und sind trotz des Namens keine echten Barsche – ein häufiges Missverständnis. Der entscheidende anatomische Unterschied: Echte Barsche besitzen vier Nasenöffnungen und eine zweigeteilte Rückenflosse, während Cichliden nur zwei Nasenöffnungen haben und deren Rückenflosse zu einem einzigen, durchgehenden Saum verwachsen ist.
Was Cichliden so besonders macht, ist ihre außergewöhnliche Anpassungsfähigkeit. In relativ kurzer Erdgeschichte haben sie sich in isolierten Gewässern zu einer enormen Artenvielfalt entwickelt – ein Paradebeispiel für adaptive Radiation. Allein im Malawi-See in Ostafrika leben über 700 endemische Cichliden-Arten, die alle von wenigen Vorfahren abstammen. Wissenschaftler schätzen, dass dieser Prozess weniger als zwei Millionen Jahre gedauert hat.
Im Aquarium sind Cichliden seit über 100 Jahren beliebt. Der erste Cichlide, der in Europa gehalten wurde, war der Skalare (*Pterophyllum scalare*), der bereits Ende des 19. Jahrhunderts nach Europa importiert wurde. Heute zählen Diskusfische, Skalare, Schmetterlingsbuntbarsche und Malawi-Cichliden zu den beliebtesten Aquarienfischen weltweit.
Herkunft und Verbreitung
Cichliden sind auf nahezu allen Kontinenten verbreitet – mit Ausnahme von Europa, Australien und der Antarktis. Der Großteil der Arten stammt aus Afrika und Südamerika, wo sie eine außergewöhnliche Artenvielfalt entwickelt haben.
| Region | Bekannte Gewässer | Bekannte Arten | Wasserhärte |
|---|---|---|---|
| Südamerika | Amazonas, Orinoco, Rio Negro | Diskus, Skalare, Schmetterlingsbuntbarsch, Apistogramma | Weich, sauer (pH 5,5–7,5) |
| Ostafrika – Malawi-See | Lake Malawi | Mbuna, Aulonocara, Copadichromis | Hart, alkalisch (pH 7,8–8,5) |
| Ostafrika – Tanganjika-See | Lake Tanganyika | Frontosa, Tropheus, Neolamprologus | Hart, alkalisch (pH 7,5–9,0) |
| Ostafrika – Viktoriasee | Lake Victoria | Haplochromis-Arten | Mittelhart (pH 7,0–8,5) |
| Westafrika | Flüsse und Küstenseen | Pelvicachromis pulcher (Kribensis) | Weich bis mittelhart |
| Madagaskar | Endemische Süßgewässer | Ptychochromis, Paretroplus | Variabel |
| Zentralamerika | Flüsse und Seen | Convict Cichlid, Midas Cichlid | Mittelhart bis hart |
| Asien | Indien, Sri Lanka | Etroplus (Perlhuhnbuntbarsch) | Süß- bis Brackwasser |
Die ostafrikanischen Seen – insbesondere der Malawi-See, der Tanganjika-See und der Viktoriasee – sind die artenreichsten Süßgewässer der Erde. Der Malawi-See allein beherbergt über 700 Cichliden-Arten, von denen mehr als 95 % endemisch sind, also nur dort vorkommen. Diese Artenvielfalt entstand durch geographische Isolation und die daraus resultierende adaptive Radiation – ein Prozess, der Biologen bis heute fasziniert.
Merkmale und Besonderheiten der Buntbarsche
Die Größenvarianz innerhalb der Cichlidae ist beeindruckend: Zwergbuntbarsche wie *Apistogramma borellii* bleiben bei 3–4 cm, während der Riesenbuntbarsch (*Boulengerochromis microlepis*) aus dem Tanganjika-See über 80 cm lang werden kann. Die meisten Aquarienfische liegen zwischen 5 und 30 cm.
Charakteristisch für alle Cichliden ist die sogenannte Pharyngealkiefer-Konstruktion: Neben dem eigentlichen Kiefer besitzen sie einen zweiten, funktionsfähigen Schlundkiefer, der das Zerkleinern von Nahrung ermöglicht. Diese Anpassung hat es ihnen erlaubt, eine Vielzahl von Nahrungsquellen zu erschließen – von Algen und Aufwuchs über Insekten und Würmer bis hin zu anderen Fischen.
Cichliden besitzen außerdem eine ausgeprägte Intelligenz im Vergleich zu anderen Fischen. Sie erkennen ihre Pfleger, zeigen komplexes Sozialverhalten und kommunizieren über Körperhaltung, Farbveränderungen und Flossenspreizen. Viele Halter berichten, dass ihre Cichliden sie aktiv an der Scheibe begrüßen und auf Fütterungsroutinen reagieren.
Brutpflege: Offenbrüter, Höhlenbrüter und Maulbrüter
Das Brutpflegeverhalten der Cichliden ist eines der faszinierendsten in der Tierwelt und ein Hauptgrund für ihre Beliebtheit bei Aquarianern. Im Gegensatz zu den meisten anderen Fischen, die ihre Eier einfach ins Wasser abgeben und sich nicht weiter um den Nachwuchs kümmern, investieren Cichliden enorm in die Aufzucht ihrer Jungen.
Offenbrüter
Laichen auf freie, gut sichtbare Flächen: Steine, Blätter, Wurzeln oder den Bodengrund. Beide Elternteile bewachen die Eier und Larven intensiv. Typische Offenbrüter: Diskusfische, Skalare, Schmetterlingsbuntbarsch.
Höhlenbrüter
Suchen sich geschützte Höhlen, Tonröhren, Kokosnussschalen oder Spalten zwischen Steinen zur Eiablage. Das Weibchen bewacht meist die Brut, das Männchen verteidigt das Revier. Typisch: Apistogramma-Arten, Kakadu-Zwergbuntbarsch.
Maulbrüter
Nehmen die Eier oder Larven ins Maul und tragen sie dort bis zur Selbstständigkeit. Entweder das Weibchen (maternale Maulbrüter) oder beide Elternteile (biparentale Maulbrüter) übernehmen diese Aufgabe. Typisch: Malawi- und Tanganjika-Cichliden.
Während der Brutpflege zeigen selbst normalerweise friedliche Cichliden erhöhte Aggressivität. Das ist völlig natürliches Verhalten und dient dem Schutz der Nachkommen. In einem gut eingerichteten Aquarium mit ausreichend Verstecken und Sichtblenden lässt sich diese Phase gut überbrücken. Nach dem Abschluss der Brutpflege normalisiert sich das Verhalten in der Regel wieder.
Südamerikanische Cichliden
Südamerika ist die Heimat einiger der bekanntesten und beliebtesten Aquariencichliden. Die meisten Arten stammen aus dem Amazonasbecken und dem Orinoco-Einzugsgebiet – Gewässer, die durch weiches, leicht saures Wasser, dichte Vegetation und Treibholz geprägt sind. Diese Biotop-Bedingungen sollten im Aquarium so gut wie möglich nachgeahmt werden.
Diskusfisch (Symphysodon spp.)
Der 'König der Aquarienfische' – mit seiner scheibenförmigen Gestalt und dem leuchtenden Farbenspektrum ist der Diskus das Prunkstück jedes Aquariums. Benötigt sehr weiches, warmes Wasser und hohe Pflegestandards.
Skalare (Pterophyllum scalare)
Der klassische Aquariencichlide mit seiner charakteristischen dreieckigen Form und langen Flossen. Sehr anpassungsfähig, aber benötigt ein hohes Becken. Friedlich, kann aber kleine Fische fressen.
Schmetterlingsbuntbarsch (Mikrogeophagus ramirezi)
Das lebende Juwel des Aquariums – irisierendes Blau, Gelb und Schwarz in einem kompakten Körper. Wärmeliebend und empfindlich gegenüber schlechter Wasserqualität. Faszinierendes Brutpflegeverhalten als Offenbrüter.
Oskar (Astronotus ocellatus)
Einer der intelligentesten Aquarienfische – erkennt seinen Pfleger und kann auf Handzeichen reagieren. Wird sehr groß und frisst alles, was ins Maul passt. Benötigt ein sehr großes Becken und robuste Einrichtung.
Zwergbuntbarsche (Apistogramma & Co.)
Zwergbuntbarsche sind Cichliden, die ausgewachsen unter 10 cm bleiben. Sie stammen überwiegend aus Südamerika und Westafrika und sind für ihre intensive Farbenpracht und ihr faszinierendes Brutpflegeverhalten bekannt. Im Gegensatz zu ihren größeren Verwandten sind sie gut für bepflanzte Gemeinschaftsbecken geeignet – vorausgesetzt, die Mitbewohner sind sorgfältig ausgewählt.
Die artenreichste Zwergbuntbarsch-Gattung ist Apistogramma mit über 90 beschriebenen Arten. Sie sind typische Höhlenbrüter: Das Weibchen übernimmt die Brutpflege in einer Höhle, während das Männchen das Revier verteidigt. Viele Apistogramma-Arten zeigen einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus – Männchen sind deutlich größer und farbenprächtiger als Weibchen.
Kakadu-Zwergbuntbarsch (Apistogramma cacatuoides)
Die anfängerfreundlichste Apistogramma-Art: robust, anpassungsfähig und mit spektakulär verlängerter Rückenflosse beim Männchen. Mehrere Farbvarianten erhältlich.
Schmetterlingsbuntbarsch (Mikrogeophagus ramirezi)
Farbenprächtigster Zwergbuntbarsch – irisierendes Blau und Gelb. Wärmeliebend und etwas empfindlicher als Apistogramma. Offenbrüter mit intensiver Brutpflege.
Kribensis (Pelvicachromis pulcher)
Westafrikanischer Zwergbuntbarsch mit leuchtend rotem Bauch beim Weibchen. Robuster als südamerikanische Arten, ideal für Einsteiger. Typischer Höhlenbrüter.
Borelli-Zwergbuntbarsch (Apistogramma borellii)
Einer der kleinsten und friedlichsten Zwergbuntbarsche. Kommt auch mit kühleren Temperaturen zurecht. Ideal für Nano-Aquarien und Gemeinschaftsbecken.
Afrikanische Cichliden: Malawi-See
Der Malawi-See in Ostafrika ist eines der artenreichsten Süßgewässer der Erde. Mit über 700 endemischen Cichliden-Arten bietet er eine unglaubliche Vielfalt an Formen, Farben und Verhaltensweisen. Das Wasser des Malawi-Sees ist hart und alkalisch (pH 7,8–8,5, GH 10–20 °dGH) – ein wichtiger Faktor bei der Aquarieneinrichtung.
Malawi-Cichliden werden in zwei Hauptgruppen unterteilt: die Mbuna (Felsbewohner) und die Haplochrominen (Freiwasserbewohner). Mbuna sind meist kleinere, sehr farbenfrohe und aggressivere Arten, die in Felsspalten leben und sich hauptsächlich von Aufwuchs (Algen) ernähren. Haplochrominen sind größer, friedlicher und leben im offenen Wasser.
| Gruppe | Bekannte Gattungen | Größe | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Mbuna (Felsbewohner) | Pseudotropheus, Melanochromis, Labidochromis | 8–15 cm | Sehr aggressiv, Aufwuchsfresser, intensive Farben |
| Aulonocara (Pfauenbuntbarsche) | Aulonocara nyassae und Verwandte | 10–15 cm | Friedlicher, spektakuläre Farben, Insektenfresser |
| Copadichromis | Copadichromis borleyi, C. azureus | 15–20 cm | Freiwasserbewohner, Plankton- und Kleintierefresser |
| Nimbochromis | Nimbochromis livingstonii | 20–30 cm | Raubfisch, simuliert Totstellreflex als Jagdstrategie |
Afrikanische Cichliden: Tanganjika-See
Der Tanganjika-See ist der zweittiefste See der Erde (bis 1.470 m) und beherbergt über 200 endemische Cichliden-Arten. Das Wasser ist ebenfalls hart und alkalisch (pH 7,5–9,0), aber die Cichliden des Tanganjika-Sees unterscheiden sich deutlich von denen des Malawi-Sees in Verhalten und Körperbau.
Besonders bekannt sind die Frontosa-Cichliden (*Cyphotilapia frontosa*) mit ihrem charakteristischen Stirnbuckel, die kleinen Neolamprologus-Arten, die in Schneckenhäusern brüten (sogenannte Schneckenbuntbarsche), und die Tropheus-Arten, die für ihre intensive Färbung und ihr aggressives Verhalten bekannt sind.
Frontosa (Cyphotilapia frontosa)
Schneckenbuntbarsch (Neolamprologus multifasciatus)
Tropheus moorii
Julidochromis
Haltung und Aquarium-Einrichtung
Die Aquarieneinrichtung für Cichliden sollte immer an die Herkunft der jeweiligen Art angepasst werden. Es gibt keine universelle Cichliden-Einrichtung – die Bedürfnisse eines Diskusfisches unterscheiden sich grundlegend von denen eines Malawi-Mbuna.
🌿 Südamerika-Biotop
- Feiner Sand oder dunkler Kies als Bodengrund
- Viel Treibholz und Wurzeln
- Dichte Bepflanzung (Amazonas-Schwertpflanzen, Anubias)
- Schwimmpflanzen für gedämpftes Licht
- Weiches, leicht saures Wasser (pH 6,0–7,0)
- Torffilterung oder Osmosewasser für empfindliche Arten
🪨 Malawi/Tanganjika-Biotop
- Heller, feiner Sand als Bodengrund
- Viele Steine und Felsen mit Höhlen und Spalten
- Keine oder wenige Pflanzen (Mbuna fressen Pflanzen)
- Klares, hartes, alkalisches Wasser (pH 7,8–8,5)
- Starke Filterung und gute Strömung
- Aragonit oder Korallensand zur pH-Stabilisierung
Grundsätzlich gilt: Je größer das Aquarium, desto stabiler die Wasserwerte und desto weniger Konflikte zwischen den Tieren. Cichliden sind territorial und benötigen ausreichend Platz, um Reviere zu etablieren, ohne ständig in Konflikt mit Artgenossen zu geraten. Sichtblenden aus Steinen, Wurzeln oder Pflanzen helfen dabei, Sichtkontakt zu reduzieren und Stress zu minimieren.
Wasserwerte nach Herkunftsregion
| Herkunft | Temperatur | pH-Wert | GH (Gesamthärte) | KH |
|---|---|---|---|---|
| Diskusfisch (Amazonas) | 28–32 °C | 5,5–7,0 | 1–8 °dGH | 1–4 °dKH |
| Skalare (Amazonas) | 24–30 °C | 6,0–7,5 | 3–15 °dGH | 2–8 °dKH |
| Schmetterlingsbuntbarsch (Orinoco) | 25–30 °C | 5,0–7,0 | 3–8 °dGH | 1–4 °dKH |
| Kakadu-Zwergbuntbarsch (Amazonas) | 23–28 °C | 5,5–7,6 | 2–12 °dGH | 2–6 °dKH |
| Malawi-Cichliden | 24–28 °C | 7,8–8,5 | 10–20 °dGH | 8–15 °dKH |
| Tanganjika-Cichliden | 24–27 °C | 7,5–9,0 | 10–20 °dGH | 8–18 °dKH |
| Kribensis (Westafrika) | 24–26 °C | 6,0–7,5 | 5–12 °dGH | 3–8 °dKH |
Ernährung der Cichliden
Die Ernährungsweise der Cichliden ist so vielfältig wie die Familie selbst. Von reinen Pflanzenfressern über Allesfresser bis hin zu spezialisierten Raubfischen ist alles vertreten. Die Maulform gibt oft einen guten Hinweis auf die natürliche Ernährung: breite, flache Mäuler deuten auf Aufwuchsfresser hin, spitze Mäuler auf Insekten- oder Kleintierefresser, und große, weit öffnende Mäuler auf Raubfische.
| Ernährungstyp | Typische Arten | Empfohlenes Futter | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Aufwuchsfresser (Algivore) | Mbuna, Tropheus | Spirulina-Flocken, Pflanzengranulat | Kein proteinreiches Fleischfutter – führt zu Malawi-Bloat |
| Insektenfresser (Insektivore) | Apistogramma, Aulonocara | Artemia, Mückenlarven, Daphnien | Lebendfutter fördert Farbenpracht und Aktivität |
| Allesfresser (Omnivore) | Skalare, Schmetterlingsbuntbarsch | Abwechslungsreiche Kost aus Trocken- und Lebendfutter | Pflanzliche Anteile nicht vergessen |
| Raubfische (Piscivore) | Nimbochromis, Oskar, Frontosa | Große Pellets, Fischfilet, Garnelen | Keine lebenden Fische füttern (Krankheitsübertragung) |
| Plankton-/Kleintierefresser | Copadichromis, Diskus (Jungfische) | Kleines Granulat, Artemia-Nauplien, Cyclops | Mehrmals täglich kleine Portionen |
Vergesellschaftung und Revierverhalten
Die Vergesellschaftung von Cichliden erfordert sorgfältige Planung. Das ausgeprägte Revierverhalten vieler Arten, kombiniert mit dem intensiven Brutpflegeverhalten, macht Fehler bei der Zusammenstellung schnell sichtbar. Grundsätzlich gilt: Cichliden aus der gleichen Herkunftsregion und mit ähnlichen Wasserwert-Anforderungen lassen sich am besten kombinieren.
| Art | Geeignete Mitbewohner | Nicht geeignet |
|---|---|---|
| Skalare | Panzerwelse, Neon-Salmler (Vorsicht!), Bärblinge, Guramis | Kleine Salmler (werden gefressen), andere Skalare in kleinen Becken |
| Diskusfisch | Panzerwelse, Skalare (mit Vorsicht), Altum-Skalare | Aggressive Arten, Fische die kühleres Wasser benötigen |
| Schmetterlingsbuntbarsch | Panzerwelse, kleine Salmler, Otocinclus | Aggressive Cichliden, Flossenbeißer |
| Kakadu-Zwergbuntbarsch | Panzerwelse, Salmler, Otocinclus, Garnelen (Vorsicht) | Andere Apistogramma-Männchen, aggressive Arten |
| Malawi-Mbuna | Andere Mbuna ähnlicher Größe, Synodontis-Welse | Südamerikanische Cichliden, friedliche Arten |
| Malawi-Aulonocara | Andere Aulonocara, friedliche Haplochrominen | Mbuna (zu aggressiv), Tanganjika-Cichliden |
Unsere ausführlichen Cichliden-Ratgeber
Diskusfisch
Symphysodon spp.
Der König der Aquarienfische – alles über Haltung, Wasserwerte und Fütterung
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Der Klassiker – Beckengröße, Vergesellschaftung und Zucht
Ratgeber lesen →Schmetterlingsbuntbarsch
Mikrogeophagus ramirezi
Das lebende Juwel – Pflege, Brutpflege und Wasserwerte
Ratgeber lesen →Kakadu-Zwergbuntbarsch
Apistogramma cacatuoides
Die anfängerfreundlichste Apistogramma-Art – Haltung und Zucht
Ratgeber lesen →Häufige Fragen zu Buntbarschen (FAQ)
Sind Cichliden für Anfänger geeignet?
Das hängt stark von der Art ab. Zwergbuntbarsche wie der Schmetterlingsbuntbarsch (Mikrogeophagus ramirezi) oder der Kakadu-Zwergbuntbarsch (Apistogramma cacatuoides) sind für erfahrene Einsteiger gut geeignet. Skalare gelten als mittelleicht. Diskusfische, Malawi-Cichliden und große amerikanische Arten wie der Oskar sind eher für Fortgeschrittene.
Wie aggressiv sind Buntbarsche?
Die Aggressivität variiert enorm zwischen den Arten. Zwergbuntbarsche sind meist friedlich und gut vergesellschaftbar. Mittlere Arten wie Skalare können territorial werden, besonders während der Brutpflege. Große Arten wie Oskar oder Malawi-Cichliden sind deutlich aggressiver und benötigen artspezifische Vergesellschaftung oder Artenbecken.
Welche Cichliden passen gut zusammen?
Grundsätzlich sollten Cichliden ähnlicher Herkunft und ähnlicher Größe zusammen gehalten werden. Südamerikanische Zwergbuntbarsche passen gut zu Salmern und Panzerwelsen. Malawi-Cichliden werden am besten in Artenbecken oder mit anderen Malawi-Arten gehalten. Diskusfische benötigen sehr weiches, warmes Wasser und spezielle Mitbewohner.
Wie groß muss ein Aquarium für Cichliden sein?
Das hängt von der Art ab: Zwergbuntbarsche (z. B. Schmetterlingsbuntbarsch) benötigen mindestens 80 Liter. Skalare brauchen mindestens 200 Liter (Höhe wichtig!). Diskusfische benötigen mindestens 300 Liter. Malawi-Cichliden starten bei 300–500 Liter. Große Arten wie Oskar benötigen 500+ Liter.
Was ist der Unterschied zwischen Maulbrütern und Höhlenbrütern?
Höhlenbrüter (z. B. Apistogramma, Schmetterlingsbuntbarsch) legen ihre Eier in Höhlen, Tonröhren oder unter Wurzeln ab und bewachen sie dort. Maulbrüter (viele Malawi- und Tanganjika-Cichliden) nehmen die Eier oder Larven ins Maul und tragen sie dort bis zur Selbstständigkeit der Jungfische. Offenbrüter (z. B. Diskus, Skalare) laichen auf freie Flächen wie Steine oder Blätter.
Warum graben Cichliden im Aquarium?
Graben ist ein natürliches Verhalten vieler Cichliden, besonders während der Brutpflege oder zur Reviermarkierung. Bodengründende Arten wie Geophagus oder Erdfresser-Cichliden graben systematisch nach Nahrung. Feiner Sand als Bodengrund ist daher für viele Arten wichtig. Pflanzen sollten mit Steinen gesichert oder in Töpfen gehalten werden.
Können Cichliden mit Pflanzen gehalten werden?
Südamerikanische Zwergbuntbarsche und Skalare lassen sich gut mit robusten Pflanzen (Amazonas-Schwertpflanzen, Anubias, Java-Farn) kombinieren. Diskusfische benötigen wegen der hohen Temperaturen hitzeresistente Pflanzen. Malawi- und Tanganjika-Cichliden sind oft Pflanzenfresser oder Gräber – hier empfiehlt sich ein Steinbiotop ohne Pflanzen.
Wie erkenne ich Männchen und Weibchen bei Cichliden?
Bei vielen Arten sind Männchen deutlich farbenprächtiger (z. B. Schmetterlingsbuntbarsch, Kakadu-Zwergbuntbarsch). Bei anderen Arten wie Diskus ist der Unterschied kaum sichtbar. Männchen sind oft größer und haben ausgeprägtere Flossen. Während der Brutpflege zeigen Weibchen oft einen gerundeten Bauch und intensivere Körperfärbung.
Warum kämpfen meine Cichliden?
Kämpfe entstehen meist durch Revierverteidigung, Paarungskonkurrenz oder zu wenig Platz. Lösungen: größeres Becken, mehr Sichtblenden und Verstecke, Umstrukturierung der Einrichtung (hebt Reviere auf), Entfernung des aggressivsten Tieres, oder Umstieg auf ein Artenbecken. Während der Brutpflege ist erhöhte Aggressivität normal und zeitlich begrenzt.
Welche Wasserwerte brauchen Cichliden?
Das hängt stark von der Herkunft ab: Südamerikanische Arten (Diskus, Schmetterlingsbuntbarsch) bevorzugen weiches, leicht saures Wasser (pH 6,0–6,8, GH 3–10 °dGH). Skalare sind anpassungsfähiger (pH 6,5–7,5). Malawi-Cichliden benötigen hartes, alkalisches Wasser (pH 7,8–8,5, GH 10–20 °dGH). Tanganjika-Cichliden ähnlich wie Malawi.
Fazit: Cichliden – für jeden etwas dabei
Die Familie der Cichlidae bietet für jeden Aquarianer die passende Art: Einsteiger finden in Skalaren und Kakadu-Zwergbuntbarschen robuste und faszinierende Pfleglinge. Fortgeschrittene können sich an Diskusfischen oder Malawi-Cichliden versuchen. Und für erfahrene Aquarianer bieten Tanganjika-Spezialisten wie Frontosa oder die kleinen Schneckenbuntbarsche unvergessliche Haltungserfahrungen.
Das Wichtigste bei der Cichliden-Haltung ist die sorgfältige Artenwahl und die konsequente Anpassung der Haltungsbedingungen an die Herkunft der Tiere. Wer sich die Zeit nimmt, die Bedürfnisse seiner Cichliden zu verstehen, wird mit einem der faszinierendsten Verhaltensrepertoires belohnt, das die Aquaristik zu bieten hat.