Die drei Säulen der Anfängerfehler

Überfütterung – Das unterschätzte Problem
Überfütterung ist einer der häufigsten und gleichzeitig am meisten unterschätzten Fehler. Fische haben einen sehr kleinen Magen und benötigen nur geringe Futtermengen. Überschüssiges Futter sinkt zu Boden, verrottet und belastet das Wasser erheblich. Dies führt zu einem Anstieg von Nitrat und Phosphat, fördert Algenwachstum und kann die Wasserqualität so stark beeinträchtigen, dass Fische krank werden oder sterben.

Biologische Zusammenhänge:

Die Zersetzung von organischem Material (Futterreste, Ausscheidungen) verbraucht Sauerstoff und produziert Ammonium/Ammoniak, welches durch den Stickstoffkreislauf zu Nitrit und schließlich zu Nitrat umgewandelt wird. Ein Übermaß an organischen Stoffen überfordert die Filterbakterien und kann zu einem gefährlichen Anstieg giftiger Stoffe führen.

Lösungsorientierte Praxis:

Füttern Sie Ihre Fische lieber mehrmals täglich kleine Mengen, die innerhalb weniger Minuten vollständig gefressen werden. Eine Faustregel besagt: So viel, wie die Fische in 2-3 Minuten fressen können. Ein Fastentag pro Woche ist für die meisten Fischarten unbedenklich und sogar förderlich für die Verdauung. Beobachten Sie Ihre Fische genau, um ihren tatsächlichen Bedarf einzuschätzen.

Zu viele Fische – Das Platzproblem
Der Wunsch nach einem bunten und belebten Aquarium verleitet viele Anfänger dazu, zu viele Fische einzusetzen. Ein überbesetztes Aquarium bedeutet jedoch nicht nur weniger Schwimmraum für die Tiere, sondern auch eine deutlich höhere Belastung des Wassers durch Ausscheidungen. Dies führt zu einer schnelleren Anreicherung von Schadstoffen und einem erhöhten Risiko für Krankheiten und Stress bei den Fischen.

Biologische Zusammenhänge:

Jeder Fisch produziert Stoffwechselendprodukte, die das Wasser belasten. Die Filterkapazität eines Aquariums ist begrenzt und muss zum Fischbesatz passen. Ein Ungleichgewicht führt zu einer Überlastung des Filtersystems und einer Verschlechterung der Wasserparameter. Zudem können Revierkämpfe und Stress die Folge sein, was das Immunsystem der Fische schwächt.

Lösungsorientierte Praxis:

Informieren Sie sich vor dem Kauf über die Endgröße und das Sozialverhalten der gewünschten Fischarten. Halten Sie sich an die Faustregel von mindestens 1 Liter Wasser pro Zentimeter Fisch (bei ausgewachsenen Tieren) – dies ist jedoch nur ein grober Richtwert und variiert stark je nach Art. Planen Sie den Besatz sorgfältig und lieber etwas sparsamer. Weniger ist oft mehr, um ein stabiles und gesundes Aquarium zu gewährleisten.

Falscher Besatz – Die unsichtbare Gefahr
Nicht alle Fischarten passen zusammen oder eignen sich für jedes Aquarium. Die Kombination von Fischen mit unterschiedlichen Ansprüchen an Wasserwerte, Temperatur, Futter oder Sozialverhalten führt unweigerlich zu Problemen. Aggressive Arten können friedliche Fische terrorisieren, und Fische, die zu groß für das Aquarium werden, leiden unter Platzmangel und verkümmern.

Biologische Zusammenhänge:

Fische haben spezifische Bedürfnisse hinsichtlich ihres Lebensraums. Ein falscher Besatz kann zu chronischem Stress, Unterernährung (wenn Futterkonkurrenten dominieren) oder direkten Verletzungen führen. Dies schwächt die Tiere und macht sie anfälliger für Krankheiten. Auch die Wasserwerte können durch unpassende Arten (z.B. Fische, die hartes Wasser bevorzugen, in einem Weichwasserbecken) negativ beeinflusst werden.

Lösungsorientierte Praxis:

Recherchieren Sie gründlich, welche Fischarten miteinander harmonieren und welche Anforderungen sie an das Aquarium stellen. Achten Sie auf die Endgröße der Fische und die Mindestbeckengröße für die jeweilige Art. Berücksichtigen Sie auch das Sozialverhalten: Sind es Schwarmfische, Einzelgänger oder revierbildende Arten? Eine gute Planung des Besatzes ist entscheidend für ein harmonisches Zusammenleben und die Gesundheit Ihrer Fische.