Männlicher Honig-Gurami (Trichogaster chuna) im Prachtkleid in einem bepflanzten Aquarium

Honig-Gurami halten

Der vollständige Ratgeber zu Pflege, Aquarium & Zucht

Der Honig-Gurami (Trichogaster chuna) ist einer der sanftmütigsten und farbenprächtigsten Zwergguramis überhaupt. Mit seinem leuchtend goldorangen Körper und dem tiefblauen Bauch im Prachtkleid ist er ein echter Blickfang in jedem Aquarium. Gleichzeitig ist er robust, friedlich und auch für Einsteiger gut geeignet. Dieser Ratgeber erklärt alles, was du für eine artgerechte und erfolgreiche Honig-Gurami-Haltung wissen musst: von der richtigen Beckengröße über optimale Wasserwerte bis hin zur Zucht mit dem faszinierenden Schaumnest.

Steckbrief: Honig-Gurami auf einen Blick

Wissenschaftlicher NameTrichogaster chuna (früher Colisa chuna)
FamilieOsphronemidae (Fadenfische)
HerkunftBangladesch, Nordostindien, Assam
Größe Männchen4–5 cm
Größe Weibchen3–4 cm
Lebenserwartung4–6 Jahre
Wassertemperatur24–28 °C (optimal 25–27 °C)
pH-Wert6,0–7,5 (optimal 6,5–7,0)
Wasserhärte (GH)4–15 °dGH
Karbonathärte (KH)3–10 °dKH
Nitrit (NO₂)0 mg/l (immer!)
Nitrat (NO₃)unter 25 mg/l
Mindestbeckengröße60 Liter
Empfohlene Beckengröße80–100 Liter
HaltungPärchen oder kleine Gruppe
Geschlechterverhältnis1 Männchen : 1–2 Weibchen
ErnährungAllesfresser (omnivor), Pflanzenanteil wichtig
SchwimmzoneAlle Bereiche, bevorzugt Mitte/Oben
AtemhilfeLabyrinthorgan (atmet Luft an der Oberfläche)
Drei Honig-Gurami-Varianten: Wildform-Männchen, Weibchen und Red Honey Gourami in separaten Aquarien

Die drei Hauptvarianten: Wildform-Männchen (links), Weibchen (Mitte), Red Honey Gourami (rechts)

Herkunft und Lebensraum

Der Honig-Gurami stammt aus den flachen, dicht bewachsenen Gewässern Bangladeschs und des nordostindischen Bundesstaates Assam. Dort besiedelt er langsam fließende oder stehende Gewässer wie Reisfelder, Tümpel, Teiche und Überschwemmungsflächen, die durch dichte Vegetation geprägt sind. Das Wasser ist dort oft weich, leicht sauer und durch Huminstoffe aus verrottenden Pflanzen leicht gebräunt.

Diese natürlichen Bedingungen erklären die Vorlieben des Honig-Guramis im Aquarium: Er fühlt sich in einem dicht bepflanzten Becken mit ruhigem Wasser, Schwimmpflanzen an der Oberfläche und gedämpftem Licht am wohlsten. Starke Strömung und helles Licht stressen ihn und können zu Farbverlust und Krankheitsanfälligkeit führen.

Wie alle Labyrinthfische (Anabantoidei) besitzt der Honig-Gurami ein spezielles Atemorgan – das Labyrinth. Dieses ermöglicht es ihm, direkt Luft an der Wasseroberfläche zu atmen, was ihm das Überleben in sauerstoffarmen Gewässern ermöglicht. Im Aquarium ist daher ein freier Zugang zur Wasseroberfläche unbedingt notwendig.

Was macht den Honig-Gurami besonders?

Das auffälligste Merkmal des Honig-Guramis ist das spektakuläre Prachtkleid des Männchens. Außerhalb der Balzzeit ist das Männchen relativ unscheinbar goldgelb gefärbt. Sobald es sich jedoch in Balzstimmung befindet oder ein Revier verteidigt, verwandelt es sich: Der Körper leuchtet in intensivem Goldorange, der Bauch und die Kehle färben sich tiefblau-schwarz, und die Flossen entfalten sich in voller Pracht. Diese Farbveränderung ist so dramatisch, dass unerfahrene Aquarianer manchmal denken, es handele sich um zwei verschiedene Fische.

Ein weiteres faszinierendes Merkmal sind die langen, fadenförmigen Bauchflossen. Diese sogenannten Tastfäden sind hochsensible Sinnesorgane, mit denen der Fisch seine Umgebung ertastet, Futter aufspürt und sogar Artgenossen "befühlt". Man kann beobachten, wie der Honig-Gurami mit diesen Fäden neugierig Pflanzen, Steine und Mitbewohner abtastet – ein faszinierendes Verhalten, das ihn von anderen Aquarienfischen deutlich unterscheidet.

Schließlich ist der Honig-Gurami für seine außergewöhnliche Sanftmut bekannt. Im Gegensatz zu vielen anderen Gurami-Arten (z. B. dem Blauen Gurami oder dem Roten Gurami) ist er kaum aggressiv und eignet sich hervorragend für Gemeinschaftsbecken mit anderen friedlichen Kleinteichen.

Männchen und Weibchen unterscheiden

Die Geschlechtsbestimmung beim Honig-Gurami ist außerhalb der Balzzeit etwas schwieriger als bei anderen Fischarten, da Männchen im Ruhezustand blasser gefärbt sind. Mit etwas Übung ist die Unterscheidung jedoch gut möglich:

MerkmalMännchenWeibchen
Färbung (Balz)Intensiv goldorange, Bauch tiefblau-schwarzBeige-bräunlich, kein Farbwechsel
Färbung (Ruhe)Goldgelb mit schwachem LängsstreifenBeige-braun mit deutlichem Längsstreifen
KörperformSchlanker, etwas kleinerFülliger, etwas größer
RückenflosseSpitz zulaufendAbgerundet
BauchflossenLänger, fadenförmigKürzer
VerhaltenBaut Schaumnest, territorialPassiv, versteckt sich bei Balz

Zuchtformen und Farbvarianten

Neben der Wildform gibt es beim Honig-Gurami einige Zuchtformen, die durch gezielte Selektion entstanden sind. Die bekanntesten Varianten im Überblick:

VarianteBeschreibungBesonderheit
WildformGoldorange mit schwarzblauem Bauch (Männchen)Natürliche Farbgebung, am robustesten
Red Honey GouramiIntensiv rot-orange, kein blauer BauchBeliebte Zuchtform, sehr farbenprächtig
Gold Honey GouramiGleichmäßig goldgelb ohne MusterSeltenere Zuchtform, ruhige Färbung
Sunset Honey GouramiÜbergang von Orange zu Gelb, wie SonnenuntergangSehr dekorativ, mittlere Häufigkeit

Das richtige Aquarium für Honig-Guramis

Honig-Guramis sind zwar relativ anspruchslos, haben aber klare Vorlieben, die du bei der Aquariengestaltung berücksichtigen solltest. Sie stammen aus ruhigen, dicht bewachsenen Gewässern und fühlen sich in einem naturnahen Biotop-Aquarium am wohlsten.

Beckengröße und Maße

Für ein Pärchen Honig-Guramis empfehlen wir ein Aquarium mit mindestens 60 Litern (Grundfläche ca. 60×30 cm). Besser sind 80–100 Liter, da ein größeres Becken stabiler in den Wasserwerten ist und mehr Rückzugsmöglichkeiten bietet. Für eine Gruppe mit mehreren Weibchen sind 112 Liter (80×35×40 cm) ideal. Die Beckenhöhe sollte mindestens 35 cm betragen, damit die Fische genug Schwimmraum haben.

Einrichtung und Bepflanzung

Honig-Guramis lieben ein dicht bepflanztes Aquarium mit vielen Versteckmöglichkeiten. Besonders wichtig sind Schwimmpflanzen an der Oberfläche (z. B. Froschbiss, Wasserlinsen, Salvinia), da das Männchen dort sein Schaumnest baut. Hintergrundbepflanzung mit Vallisnerien oder Hygrophilen bietet Sichtschutz und Rückzugsmöglichkeiten für das Weibchen.

EinrichtungselementEmpfehlungWarum?
SchwimmpflanzenFroschbiss, Wasserlinsen, SalviniaSchaumnest-Bau, Sicherheitsgefühl
HintergrundbepflanzungVallisneria, Hygrophila, EchinodorusSichtschutz, Rückzug für Weibchen
VordergrundbepflanzungJavamoos, Anubias nanaVerstecke für Jungfische
BodengrundFeiner Sand oder dunkles KiesNaturnahe Optik, kein Verletzungsrisiko
DekorationTreibholz, Wurzeln, SteineReviermarkierung, natürliche Optik
BeleuchtungGedämpft, 8–10 Stunden täglichEntspricht natürlichem Lebensraum
FilterungSchwacher Innenfilter oder Hamburger MattenKeine starke Strömung!

Wasserwerte und Wasserqualität

Honig-Guramis stammen aus weichen, leicht sauren Gewässern Südasiens. Im Aquarium tolerieren sie zwar ein breiteres Spektrum, fühlen sich aber bei weichem bis mittelhartem, leicht saurem Wasser am wohlsten. Besonders wichtig ist ein stabiler pH-Wert – starke Schwankungen stressen die Fische und schwächen das Immunsystem.

ParameterOptimalToleranzbereichMessen mit
Temperatur25–27 °C24–28 °CThermometer
pH-Wert6,5–7,06,0–7,5pH-Testset oder pH-Meter
Gesamthärte (GH)4–10 °dGH4–15 °dGHGH-Testset
Karbonathärte (KH)3–8 °dKH3–10 °dKHKH-Testset
Nitrit (NO₂)0 mg/lmax. 0,1 mg/l (Alarm!)Nitrit-Testset
Nitrat (NO₃)unter 15 mg/lmax. 25 mg/lNitrat-Testset
Ammonium/Ammoniak0 mg/l0 mg/l (immer!)NH₃/NH₄-Testset

Wöchentliche Wasserwechsel von 20–30 % sind unerlässlich, um Nitrat niedrig zu halten und Spurenelemente zu ergänzen. Verwende beim Wasserwechsel immer Wasseraufbereiter, um Chlor und Schwermetalle aus dem Leitungswasser zu neutralisieren. Für besonders weiche Wasserwerte kannst du destilliertes Wasser oder Osmosewasser mit Leitungswasser mischen.

Ernährung und Fütterung

Honig-Guramis sind Allesfresser (omnivor) mit einem leichten Hang zur pflanzlichen Kost. In der Natur ernähren sie sich von kleinen Insekten, Würmern, Algen und Pflanzenteilen. Im Aquarium sollte die Ernährung möglichst abwechslungsreich sein, um alle Nährstoffe zu decken und die Farbenpracht zu fördern.

FuttertypBeispieleHäufigkeit
Trockenfutter (Basis)Qualitätsflocken, MikrogranulatTäglich, kleine Mengen
LebendfutterArtemia, Mückenlarven, Daphnien2–3× pro Woche
FrostfutterArtemia, Mückenlarven, Cyclops2–3× pro Woche
PflanzenfutterSpirulina-Flocken, Algentabletten2× pro Woche
HungertagKein Futter1× pro Woche (Verdauung)

Vergesellschaftung mit anderen Fischen

Der Honig-Gurami ist einer der friedlichsten Gurami-Arten überhaupt und eignet sich hervorragend für Gemeinschaftsbecken. Wichtig ist, dass die Mitbewohner ähnliche Wasserwertansprüche haben, nicht zu groß sind und keine Flossenbeißer unter ihnen sind.

FischartEignungHinweis
Neon-Salmler (Paracheirodon innesi)✅ Sehr gutGleiche Wasserwertansprüche, friedlich
Guppy (Poecilia reticulata)✅ GutFriedlich, ähnliche Temperaturansprüche
Panzerwels (Corydoras)✅ Sehr gutBodenbewohner, keine Konkurrenz
Otocinclus (Zwergwels)✅ Sehr gutAlgenfresser, sehr friedlich
Zwergbärbling (Boraras)✅ GutSehr klein, keine Konkurrenz
Platy (Xiphophorus maculatus)✅ GutFriedlich, etwas härteres Wasser möglich
Blaue Zwergfadenfische⚠️ BedingtKönnen Honig-Gurami-Männchen stressen
Kampffisch (Betta splendens)❌ Nicht geeignetAggressiv, kann Honig-Gurami angreifen
Großer Gurami (Osphronemus)❌ Nicht geeignetZu groß, kann Honig-Gurami fressen
Flossenbeißer (z. B. Sumatra-Barbe)❌ Nicht geeignetBeißen Tastfäden und Flossen ab

Zucht und das Schaumnest

Die Zucht des Honig-Guramis ist eines der faszinierendsten Erlebnisse in der Aquaristik. Das Männchen baut ein aufwendiges Schaumnest an der Wasseroberfläche, umwirbt das Weibchen mit ausgebreiteten Flossen und intensiver Färbung, und pflegt nach der Paarung allein das Gelege. Dieses Brutpflegeverhalten ist bei Aquarienfischen eher selten und macht den Honig-Gurami zu einem besonders interessanten Zuchtobjekt.

Männlicher Honig-Gurami baut Schaumnest an der Wasseroberfläche zwischen Schwimmpflanzen

Das Männchen baut sein Schaumnest an der Wasseroberfläche zwischen Schwimmpflanzen

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Zucht

1

Zuchtbecken vorbereiten

Richte ein separates Zuchtbecken mit 30–50 Litern ein. Fülle es nur 15–20 cm hoch mit Wasser (erleichtert dem Männchen den Schaumnest-Bau). Gib Schwimmpflanzen (Froschbiss, Wasserlinsen) an die Oberfläche. Stelle einen schwachen Filter ohne starke Strömung ein. Temperatur: 27–28 °C.

2

Zuchtpärchen konditionieren

Füttere das Zuchtpärchen 1–2 Wochen lang intensiv mit Lebendfutter (Artemia, Mückenlarven). Die Weibchen werden fülliger (Eier reifen), die Männchen intensiver gefärbt. Halte Männchen und Weibchen zunächst getrennt, damit die Spannung steigt.

3

Pärchen zusammensetzen

Setze das Weibchen zuerst ins Zuchtbecken, dann nach 1–2 Stunden das Männchen. Das Männchen beginnt sofort mit dem Schaumnest-Bau. Beobachte das Verhalten: Wenn das Männchen das Weibchen zu stark verfolgt, trenne sie kurz und versuche es erneut.

4

Paarung und Eiablage

Das Männchen umwirbt das Weibchen mit ausgebreiteten Flossen und intensiver Färbung. Bei der Paarung umschlingt das Männchen das Weibchen in einer Umarmung ('Laichkuss'). Das Weibchen gibt Eier ab, die das Männchen sofort befruchtet. Die Eier steigen nach oben und werden vom Männchen ins Schaumnest gebracht. Ein Weibchen legt 200–500 Eier.

5

Weibchen entfernen

Nach der Eiablage das Weibchen sofort entfernen – das Männchen wird es sonst aggressiv vertreiben. Das Männchen übernimmt allein die Brutpflege: Es repariert das Schaumnest, sammelt herausgefallene Eier und bewacht das Gelege.

6

Jungfische aufziehen

Nach 24–36 Stunden schlüpfen die Larven, nach weiteren 2–3 Tagen schwimmen sie frei. Jetzt das Männchen entfernen. Füttere die Jungfische mit Infusorien, Paramecien oder kommerziellem Starterfutter für Labyrinthfische. Nach 1–2 Wochen können sie Artemia-Nauplien fressen. Das Labyrinthorgan entwickelt sich erst nach 3–4 Wochen – bis dahin ist eine hohe Luftfeuchtigkeit über dem Wasser wichtig.

Häufige Krankheiten und Vorbeugung

Honig-Guramis sind bei optimaler Haltung robuste Fische. Die meisten Krankheiten entstehen durch Stress, schlechte Wasserqualität oder Einschleppung durch neue Fische oder Pflanzen. Regelmäßige Beobachtung und schnelles Handeln sind entscheidend.

KrankheitSymptomeUrsacheBehandlung
Ichthyophthirius (Weißpünktchen)Weiße Pünktchen auf Körper und Flossen, ScheuernParasit (Ichthyophthirius multifiliis)Temperatur auf 30 °C erhöhen, Medikament (z. B. JBL Punktol)
Velvet / OodiniumGoldstaub-ähnlicher Belag, Scheuern, AtemnotParasit (Oodinium pillularis)Aquarium abdunkeln, Kupferpräparat oder Formalin
Flossenfäule (Flossenfäule)Zerfranste, eingerissene Flossen, weiße RänderBakterien (oft nach Verletzungen)Wasserwechsel, Salzzusatz, Antibiotikum
Gurami-Iridovirus (GIV)Farbverlust, Apathie, Geschwüre, TodesfälleVirus, eingeschleppt durch neue FischeKeine Heilung, Quarantäne, betroffene Tiere euthanasieren
Parasitosen (Würmer)Abmagerung trotz Fressen, weißer KotInnere Parasiten (Nematoden)Anthelmintikum (z. B. Levamisol)
Verpilzung (Saprolegnia)Watteähnliche Fäden auf Körper oder EiernPilz, oft nach VerletzungenSalzbehandlung, Fungizid
Stressbedingte BlässeFarbverlust, Verstecken, FressunlustStress durch Mitbewohner, schlechte WasserwerteUrsache beheben, Wasserwechsel, Verstecke ergänzen

Häufige Fragen zum Honig-Gurami (FAQ)

Wie groß muss ein Aquarium für Honig-Guramis sein?
Für ein Pärchen Honig-Guramis empfehlen wir mindestens 60 Liter, besser 80–100 Liter. Ein größeres Becken ist stabiler in den Wasserwerten und bietet mehr Rückzugsmöglichkeiten. Für eine Gruppe mit mehreren Weibchen sind 112 Liter (80×35×40 cm) ideal.
Wie viele Honig-Guramis sollte man zusammen halten?
Honig-Guramis werden am besten als Pärchen (1 Männchen, 1–2 Weibchen) oder in kleinen Gruppen gehalten. Mehrere Männchen können sich gegenseitig stressen. Mit ausreichend Verstecken und Sichtblenden ist eine Gruppe von 1 Männchen und 2–3 Weibchen ideal.
Welche Wassertemperatur brauchen Honig-Guramis?
Honig-Guramis gedeihen bei 24–28 °C, optimal sind 25–27 °C. Sie stammen aus tropischen Regionen Südasiens und benötigen dauerhaft warmes Wasser. Kurzfristige Schwankungen bis 22 °C überstehen sie, aber dauerhaft kühles Wasser schwächt das Immunsystem.
Was fressen Honig-Guramis?
Honig-Guramis sind Allesfresser (omnivor). Sie fressen Flockenfutter, Granulat, Frost- und Lebendfutter wie Artemia, Mückenlarven und Daphnien. Besonders wichtig ist ein hoher Pflanzenanteil im Futter. Abwechslung mit 2–3 verschiedenen Futtersorten fördert Gesundheit und Farbenpracht.
Wie erkenne ich Männchen und Weibchen beim Honig-Gurami?
Männchen zeigen im Prachtkleid eine intensive goldorange Färbung mit schwarzblauem Bauch. Weibchen sind beige-bräunlich mit einem dunklen Längsstreifen. Außerhalb der Balzzeit sind Männchen etwas blasser, aber immer noch deutlich farbiger als Weibchen.
Wie baut der Honig-Gurami ein Schaumnest?
Das Männchen baut an der Wasseroberfläche zwischen Schwimmpflanzen ein Schaumnest aus Luftblasen, die mit Speichel überzogen sind. Dazu schwimmt es an die Oberfläche, schnappt Luft und bläst die Blasen ins Nest. Das Nest kann mehrere Zentimeter groß werden und dient als Brutstätte für die Eier.
Welche Fische passen gut zu Honig-Guramis?
Gut vergesellschaftet werden Honig-Guramis mit anderen friedlichen Kleinteichen: Neon-Salmler, Panzerwelse (Corydoras), Guppys, Platys, Otocinclus und Zwergbärblinge. Nicht geeignet sind aggressive Fische, Flossenbeißer oder deutlich größere Arten.
Wie alt werden Honig-Guramis?
Bei optimaler Haltung (sauberes Wasser, abwechslungsreiche Ernährung, kein Stress) erreichen Honig-Guramis ein Alter von 4–6 Jahren. Weibchen werden oft etwas älter als Männchen. Die Lebenserwartung hängt stark von der Wasserqualität und dem Stressniveau ab.
Können Honig-Guramis mit Garnelen zusammen gehalten werden?
Erwachsene Garnelen (z. B. Neocaridina) sind für Honig-Guramis in der Regel zu groß zum Fressen. Garnelen-Nachwuchs hingegen kann gefressen werden. Mit ausreichend Verstecken und dichter Bepflanzung ist eine Vergesellschaftung gut möglich – Honig-Guramis sind sanfter als viele andere Gurami-Arten.
Was sind häufige Krankheiten bei Honig-Guramis?
Die häufigsten Erkrankungen sind: Ichthyophthirius (Weißpünktchenkrankheit), Velvet (Oodinium), Flossenfäule durch Bakterien, Parasitosen und Gurami-Iridovirus (GIV). Vorbeugen lässt sich durch stabile Wasserwerte, regelmäßige Wasserwechsel, Quarantäne für neue Fische und stressfreie Haltung.

Fazit: Ist der Honig-Gurami der richtige Fisch für dich?

Der Honig-Gurami ist eine ausgezeichnete Wahl für Aquarianer, die einen friedlichen, farbenprächtigen und charakterstarken Fisch suchen. Sein dramatischer Farbwechsel im Prachtkleid, das faszinierende Schaumnest-Bauen und seine sanfte Natur machen ihn zu einem der beliebtesten Zwergguramis überhaupt.

Für Einsteiger ist er gut geeignet, wenn die Grundvoraussetzungen stimmen: ein ausreichend großes, dicht bepflanztes Aquarium mit ruhigem Wasser, stabilen Wasserwerten und friedlichen Mitbewohnern. Für Fortgeschrittene bietet die Zucht mit dem Schaumnest ein unvergessliches Erlebnis.

✅ Vorteile

  • Spektakuläres Prachtkleid des Männchens
  • Sehr friedlich, ideal für Gemeinschaftsbecken
  • Faszinierendes Brutpflegeverhalten
  • Relativ robust bei guter Pflege
  • Lange Lebenserwartung (4–6 Jahre)

⚠️ Herausforderungen

  • Benötigt ruhiges Wasser (keine starke Strömung)
  • Empfindlich gegenüber Gurami-Iridovirus
  • Mehrere Männchen können sich stressen
  • Abdeckung immer notwendig (Labyrinthorgan)
  • Kleines Maul: spezielles Kleinfutter nötig

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Rainer Stolte

Aquaristik-Experte · Zuletzt aktualisiert: März 2026

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